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21. Februar 2017

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Porträt

Museum&Location: Das etwas andere Konzept zur Kulturförderung

Veranstaltung in der Skulpturenhalle der Alten Nationalgalerie, © PHOENIX, Entertainment Veranstaltungs GmbH

Die private Museum&Location GmbH in Berlin organisiert exklusiv Veranstaltungen im historisch-musealen Rahmen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Dabei verfügt sie als Public Private Partnership-Konzept überfachliche Expertise zu den Bedürfnissen ihrer Kunden und zu jenen der Stiftung und unterstützt mit privatwirtschaftlichem Engagement finanziell die staatlichen Ausstellungsetats: ein einmaliges und wirkungsvolles Konzept für Kultureinrichtungen in Deutschland.

Museen gelten traditionell als Stätten der Betrachtung und Vermittlung von Kunst, Hort thematischer Sammlungen und Ausgangspunkt wissenschaftlicher Studien. Das ist in Berlin nicht anders. In den Staatlichen Museen zu Berlin finden sich mit ihren 16 Häusern und der Einbettung in die Stiftung Preußischen Kulturbesitzes einmalige Kultur- und Kunstschätze; epochenübergreifend und aus der ganzen Welt. 2014 besuchten rund 3,7 Millionen Besucher die Sammlungen der Staatlichen Museen, zu denen neben den Häusern auf der Museumsinsel auch die sechs Häuser der Nationalgalerie, das Kupferstichkabinett oder das Kunstgewerbemuseum gehören, um nur einige Häuser des Zusammenschlusses zu nennen.

Museum&Location widmet sich seit fast 20 Jahren erfolgreich der Zielstellung, mit der Organisation kommerzieller Events zusätzliche Gelder für den Ausstellungsetat der Staatlichen Museen zu akquirieren.  Gegründet wurde das Unternehmen 1996 als „Hamburger Bahnhof Veranstaltungsgesellschaft mbH“. Angegliedert an die Nationalgalerie öffnete in diesem Jahr das neue Museum „Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin“, seine Pforten. Die Finanzierung eines weiteren Museums mit nur einem Etat ließ den Förderverein „Freunde der Nationalgalerie“ bei der Generierung neuer Gelder erfinderisch werden. Die GmbH wurde vom Förderverein gegründet und mit der Vermietung einzelner Räume innerhalb des Museums beauftragt, um mit dem Gewinn künftige Ausstellungsprojekte, Restaurierungen und Publikationen zu ermöglichen.

Das Pilotprojekt bewährte sich und das kontinuierliche Finanzierungsmodell ließ den Gedanken aufkommen, das Konzept auf alle Häuser der Staatlichen Museen zu übertragen. 2003 wurde daher in Zusammenarbeit mit dem Generaldirektor und mit Zustimmung der Direktoren aller 16 Häuser die bestehende Firma in „Museum&Location Veranstaltungsgesellschaft der Staatlichen Museen zu Berlin mbH“ umbenannt. Ziel ist es, mit der exklusiven Vermietung der Räume und Freiflächen aller Museen innerhalb des Verbunds die Arbeit der Staatlichen Museen zu Berlin finanziell zu unterstützen. Die Gewinne aus den Veranstaltungen kommen zu 100% den Häusern zugute und ermöglichen die Realisierung neuer Projekte.

Museum&Location übernimmt die Funktion des Ansprechpartners (im Auftrag der Staatlichen Museen zu Berlin) gegenüber potentiellen Kunden und gewährleistet die Einhaltung aller musealen Vorgaben. Der Vorteil für die Kunden liegt auf der Hand: es werden optimale Rahmenbedingungen geschaffen und die Planung an der Schnittstelle mit den Institutionen konstruktiv unterstützt. Im Gegenzug haben die Direktoren der Museen direkte Entscheidungsmöglichkeiten darüber, wofür die zusätzlichen Mittel ausgegeben werden; es sind keine Anträge und Ausschreibungen nötig, da die Finanzierungsleistung durch Museum&Location erbracht wird und keine Rückwirkung auf den Haushalt der Stiftung Preußischen Kulturbesitzes vorliegt.

Die Budgetierung, Abrechnung und das Controlling der abgerufenen Mittel der Museen erfolgt direkt über Museum&Location. Als private GmbH mit einem flexiblen Team kann das Unternehmen hierbei eine hohe Effektivität und unbürokratische Arbeitsweise aufweisen – freiberufliche Projekt-Mitarbeiter ermöglichen flexible Arbeitszeiten und vor allem flexible, steuerbare Kosten.

Landesweit haben Museen unterschiedliche Konzepte entwickelt, um ihre Etats aufzupolstern: sei es eine eigene Event-Abteilung innerhalb der Museumsstruktur oder angegliedert an die Kulturinstitution. Museum&Location ist gegenwärtig das einzige Public Private Partnership-Konzept in Deutschland. In einem jährlichen Treffen der AnsprechpartnerInnen der großen Institutionen im deutschsprachigen Raum, wie z.B. dem Frankfurter Städl, der Kunsthalle Bonn, dem Kunsthistorischen Museum in Wien und dem Universalmuseum Joanneum in Graz, werden wichtige aktuelle Themen (Akquisition, Vermarktungsprogramme, Versicherungsthemen, Compliance-Problematiken oder auch Genehmigungen für Veranstaltungen in Museen und Sponsoring) besprochen und konstruktiv Erfahrungen ausgetauscht ¬– ein wichtiger Ansatz bei der erfolgreichen Unterstützung des Kulturbetriebs.

Das Team von Museum&Location betreut rund 120 Veranstaltungen jährlich und kann seit Gründung eine Finanzierungsleistung von ca. 5 Millionen Euro in Summe aufzeigen. Dabei ermöglicht das Portfolio festliche Dinner-Veranstaltungen ebenso wie Empfänge, Tagungen und private Hochzeitsfeiern.

Selbstverständlich ist eine erfolgreiche Verknüpfung von kommerziellen Veranstaltungen und historischen, denkmalgeschützten Räumlichkeiten nur durch einen respektvollen und nachhaltig geprägten Umgang mit den örtlichen Gegebenheiten möglich. So sind zum Beispiel die Museen in Berlin überwiegend mit sensiblen, unversiegelten Natursandsteinen ausgelegt, welche bei Events jeder Art mit einem speziellen flüssigkeitsundurchlässigen Belag abgedeckt und geschützt werden müssen. Durch die professionelle Zusammenarbeit mit langjährigen Partnern bietet Museum&Location auf diesem Gebiet  eine unkomplizierte Lösung und hat sich eine Kompetenz im Umgang mit denkmalgeschützten Häusern erworben.

Wunderschön lassen sich die Kunstwerke in das jeweilige Veranstaltungsprogramm einbinden: Ausgebildete KunsthistorikerInnen können gebucht werden und bringen den Gästen die Sammlungsstücke in einer Führung oder in einem individuellen Gespräch außerhalb der Öffnungszeiten näher.

Innerhalb der Museen ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte für individuelle Event-Konzepte und thematische Schwerpunkte. Die Fashion Show im Hamburger Bahnhof oder die Veranstaltung einer internationalen Kosmetikmarke unter dem wissenden Blick der Nofretete seien hier nur zwei namentlich genannte Beispiele.

Das erfolgreiche Konzept entwickelt sich weiter, eingehend auf aktuelle Entwicklungen und die dadurch entstehenden Möglichkeiten im digitalen Zeitalter: 2014 sammelte Katrin Hansch als Geschäftsführerin von Museum&Location in einer Crowdfunding Aktion auf startnext.de genügend Gelder, um für die Nationalgalerie eine Skulptur von Jonathan Monk zu erwerben. Durch zahlreiche Unterstützer und Kunstliebhaber ist auf diesem Wege ein bisher ungewöhnliches Finanzierungsmodell im Museumsbetrieb erfolgreich erprobt worden. Aufgrund des Erfolgs erweitert sich auch das Angebot: Innerhalb der Stiftung Preußischen Kulturbesitzes gehört seit Frühjahr 2015 die Staatsbibliothek zu Berlin zum Portfolio von Museum&Location und bietet mit ihren denkmalgeschützten Konferenzsälen einen eindrucksvolle Rahmen für Tagungen und Gespräche. Neben den Häusern der Stiftung kann ebenfalls seit diesem Jahr das Museum für Naturkunde mit seinem imposanten Saurierskelett für Veranstaltungen gebucht werden.

Museum&Location verbindet eine kontinuierliche Liquiditätsbeschaffung durch die Vermarktung der Museumsflächen mit einem nachhaltigen Umgang der denkmalgeschützten Räumlichkeiten und der unkomplizierten Zugänglichkeit der Kunst in einem kommerziellen Rahmen. Schönster Aspekt dieses Konzepts: Bereits über 200 Ausstellungen konnten hierdurch teilweise ganz oder unterstützend finanziert und realisiert werden.
 

Weitere Beiträge zum Thema:

Rückblick auf die Tagung „FOCUS“ zu Beziehungsarbeit in Museum, bei der Museum&Location vorgestellt wurde
Outsourcing im KM Magazin 02/2014
Publikation zu Public Private Partnership im Kulturbereich in unserem Buchshop

Ulrike Kessenich
26.08.2015, Kristin Oswald
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